Spheredelic ist zurück und läutet das neue Jahr mit kosmisch-sphärischen, aber doch tanzbaren Klängen im Handgepäck ein!

Zeitgeist ist das zweite Release von Marcello23 auf Spheredelic und entführt in vielschichtige und dabei stets fein nuancierte Klangräume, die irgendwo zwischen Chillout-House, Downtempo, Ambient und IDM oszillieren, aber ihre ganz eigene musikalische Sprache sprechen. Denn Marcello23 klingt nicht einfach mal wie Café del Mar, mal wie Aphex Twin oder mal wie Vangelis. Vielmehr schafft er es, genau die Schnittmengen jener Genres und ihrer Charakteristika zu finden und damit ein höchst wandelbares Gesamtwerk zu schaffen, dass nie repetitiv oder in Genregrenzen eingeengt wirkt. Das zeigt sich auch in der Gesamtstruktur von Zeitgeist. Die erste Hälfte des Albums (bis Mondfinsternis) gibt sich noch deutlich ätherischer, fließt in ausladenden, balearischen Ambient-Pads den Hörer*innen entgegen und umschmeichelt die Ohren mit sirrenden, organischen Leads, die sich mal eher instrumental im Sinne von Sitar, Harfen oder E-Gitarren Melodien um die kosmischen Klangteppiche legen (Mad Stomach, Mad Hatter, Christman 50s, Weekend Session), genauso aber auch in bewährter Aphex Twin Manier als bleeps and bloops, also frequency sweeps, eine Prise IDM Charakter dazugeben (Pita, Mondfinsternis).

Reizvoll ist dabei vor allem eben dieses lebendige Wechselspiel aus digital anmutender Produktion und instrumentalen Elementen, die zumeist von seichten, aber dennoch gemächlich im Hintergrund treibenden Drums komplementiert werden. Dieses Wechselspiel, das Auflösen der vermeintlichen Dichotomie von Digital vs. Analog, ist das besonders charismatische an Zeitgeist. Denn das Verschwimmen dieser Grenzen ist bis ins Detail zu finden: auch in den Rhythmuselementen schwingt sehr viel des möglichen Klangspektrums von Drums mit. Von eher Hi-Hat-betonten, IDM ähnlichen Drums (Pita) über housige Dance-Drums (Heaven Can Wait) bis hin zu 90er-esken Breakbeat-Samples (Christman 50s) und Trommelklängen (Mad Hatter) verklanglicht sich im Hinblick Rhythmus so einiges.

Ab Mondfinsternis wird Zeitgeist auf der zweiten Hälfte des Albums etwas schneller und tanzbarer, nimmt mal housige Züge (New Islands, Heaven Can Wait) an oder lässt einen Hauch Electro-Swing (Da Butcher) mitschwingen. Bei allen klanglichen Nuancen und Erkundungstouren bleibt sich Zeitgeist im Hinblick des Sounddesigns aber treu und verwebt alle beschriebenen Elemente zu einem sphärischen, effektdurchzogenen und abwechslungsreichen Gesamtkontext. Von organischen Instrumentalklängen über weite, verhallte Pad-Landschaften, Vangelis ähnlichen Horn-Synths (Black Hole Moon), eher linearen Rhythmusteppichen bis hin zu verschachtelten Drums und Frequency Sweeps ist sehr viel Diversität auf Zeitgeist zu finden, die aber, es lässt sich nicht oft genug sagen, eine ganz eigene, eklektizistische Atmosphäre erzeugt und hinterlässt.

Auch besonders: Marcello23 findet, trotz des für Chill-House oder Ambient typischen starken Einsatzes von Reverb und Delay, genau die Balance aus fließendem, kosmisch-ätherischem Klang und anregenden kompositorischen Elementen. Genau deswegen rutsch Zeitgeist auch nie in pathetische Gefilde ab. Bleibt nur zu sagen: PC, Laptop oder Handy an, Zeitgeist runterladen, Boxen aufdrehen und genießen!

 

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Zeitgeist Cover

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